Palmöl bringt uns auf die Palme Für Palmöl, das in vielen Lebensmitteln, Kosmetika und Diesel

Für Palmöl, das in vielen Lebensmitteln, Kosmetika und Diesel steckt, werden Regenwälder abgeholzt, Ureinwohner vertrieben und Tiere getötet. 193, der vom Aussterben gefährdeten Tierarten der Welt werden direkt durch den Anbau von Palmöl bedroht. Darunter auch der auf Sumatra und Borneo endemische Orang-Utan. Erschwerend dazu kommt, dass Palmölplantagen große Mengen an CO2 freisetzen, da die Böden von Regenwäldern etwa 45 % des terrestrischen Kohlenstoffs der Welt beinhalten. Die Regenwaldrodung muss somit unbedingt aufgehalten werden und die Vermeidung von Palmöl ist ein wichtiger Schritt dazu. Wie Du auf den Regenwaldkiller verzichten kannst, erfährst Du hier.

Tipp 1: Richtig ernähren und selber kochen

In Fertiggerichten wie Tütensuppen und Tiefkühlpizza steckt viel Palmöl. Wenn Du stattdessen öfter mal selbst mit frischen Zutaten kochst, vermeidest Du Palmöl und ernährst Dich obendrein gesünder. Auch weniger Fleisch essen hat sehr positive Auswirkungen. Denn Tierfutter besteht zu großen Teilen aus Soja und Palmöl, für das Regenwälder abgeholzt werden. Auch in Fett ist viel Palmöl enthalten. Verwende stattdessen eine fettarme, Palmöl-freie und gesündere Alternative für Deine Mahlzeiten.

Tipp 2: Das Palmöl beim Einkaufen enttarnen

Palmöl steckt in sehr vielen Lebensmitteln, wird aber oft nicht als solches gekennzeichnet. Auch Palmöl-Derivate, also Inhaltsstoffe, die auf Basis des Öls gewonnen sein könnten, sind oft nicht auf den ersten Blick zu erkennen. So kann Palmöl auch in Bio-Lebensmitteln und Naturkosmetik enthalten sein. Mithilfe der „Codecheck-App“ erfährst Du sofort, wo Palmöl drin steckt und bekommst all die heimtückischen Bezeichnungen aufgelistet, hinter denen sich Palmöl versteckt.

Tipp 3: Bio-Diesel boykottieren

Bio bedeutet leider nicht immer zwangsläufig umweltfreundlich. Da Palmöl selbst in Diesel enthalten ist, um CO2 einzusparen und die Klimabilanz aufzubessern, werden im Regenwald noch mehr Flächen gerodet, um Palmölplantagen zu errichten. Dadurch entsteht ein gegenteiliger Effekt, der sich noch schlimmer auf die Umwelt auswirkt. Leider gilt Palmöl noch bis 2030 in Deutschland als klimafreundlicher Treibstoff, was er wahrlich nicht ist. Mit einem Verzicht von Bio-Diesel kannst Du dieser Entwicklung aber entgegenwirken.

Tipp 4: Konsum reduzieren und wenn möglich auf Palmöl verzichten

Palmöl ist sehr effizient und kann durch kein anderes pflanzliches Öl ersetzt werden. Würde man dennoch versuchen, statt Palmöl den Ölbedarf mit einem Mix aus Raps-, Sonnenblumen-, Kokos- und Sojaöl zu stillen, bräuchte es allein in Deutschland das Fünffache an Anbaufläche. Das wären 1,85 Millionen Hektar statt wie bisher 397.781 Hektar Land. Daher ist eine generelle Konsumreduktion das sinnvollere Mittel.

Tipp 5: Vorsicht bei Palmöl-Siegeln

Das RSPO-Siegel ist bestimmt ein Schritt in die richtige Richtung, aber leider kein Garant dafür, dass für das Produkt kein Regenwald gerodet wurde. Die RSPO-Zertifizierung verbietet nämlich „nur“ die Rodung „besonders schützenswerter“ Wälder. Auch der Einsatz hochgefährlicher Pestizide wird unter dem RSPO-Siegel nicht verboten. Etwas strenger ist die Palm Oil Innovation Group (POIG), die als freiwillige Initiative mehrerer Unternehmen und NGOs eine umwelt- und klimafreundlichere sowie sozialere Produktion garantieren will. Darunter fällt das Verbot von Anbau auf Torfböden, der Schutz von Wäldern mit hohem Schutzwert, die Reduzierung von synthetischen Pestiziden und Düngern und die Einhaltung von Menschen- und Arbeiterrechten. Die POIG ist eine zukunftsweisende Initiative, hat aber auch Mitglieder, die nicht unbedingt Bio-Palmöl produzieren.

Tipp 6: Wenn Palmöl, dann Bio-Palmöl

Für die Produktion von Bio-Palmöl werden vorhandene landwirtschaftliche Flächen genutzt, kein Regenwald abgeholzt und auf den Einsatz von Pestiziden und Kunstdünger verzichtet. Durch die nachhaltige Bewirtschaftung und langfristige Pflege des Bodens werden deutlich weniger Treibhausgase erzeugt und die Artenvielfalt nicht gefährdet. Zertifiziertes Bio-Palmöl ist allerdings noch ein Nischenprodukt und auch hier empfiehlt sich ein genauer Blick auf die Inhaltsstoffe.



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