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ESG-Kriterien

Aktualisiert: 1. Aug. 2023

ESG – was die Buchstaben bedeuten

Traditionell wurden Umsatz und Gewinn als Maßstäbe für wirtschaftlichen Erfolg angesehen. Heutzutage müssen Unternehmen jedoch auch an anderen Faktoren gemessen werden. ESG-Aspekte spielen für alle Stakeholder eine immer wichtigere Rolle, egal ob es sich um Kunden, Investoren oder potenzielle Mitarbeiter handelt. ESG steht dabei für Umwelt (Environment), Soziales (Social & Gesellschaft) und Unternehmensführung (Governance).


  • Die Umwelt-Säule (Environment, "E") umfasst alle Aspekte des Klima- und Umweltschutzes, einschließlich der Reduzierung von Treibhausgasemissionen und des verantwortungsvollen Umgangs mit Ressourcen.

  • Die Sozial-Säule (Social, "S") beinhaltet die Verantwortung gegenüber Mitarbeitern, einschließlich Aspekten wie Arbeitssicherheit und Gesundheitsschutz. Zudem fallen darunter auch Themen wie Vielfalt (Diversity) und gesellschaftliches Engagement.

  • Die Unternehmensführungs-Säule (Governance, "G") beschreibt eine Form der verantwortungsvollen Unternehmensführung. Hierzu gehören Aspekte wie Unternehmenswerte, Steuerungs- und Kontrollprozesse sowie die Beschaffung und Zusammenarbeit mit Partnern.

ESG-Kriterien sind die Grundlage für Messbarkeit

Die "Agenda 2030 für nachhaltige Entwicklung", die im Jahr 2015 von allen Mitgliedsstaaten der Vereinten Nationen (UN) verabschiedet wurde, legt bestimmte ESG-Ziele fest. Unternehmen werden verpflichtet, ihre Strategie eng mit Nachhaltigkeitsrichtlinien zu verknüpfen. An diesem Punkt wird die Bedeutung von ESG-Aspekten für den Wertschöpfungsprozess deutlich. Doch wie kann überprüft werden, ob diese Verknüpfung von Unternehmensstrategie und Nachhaltigkeitszielen erfolgreich umgesetzt wird?


Hier kommen ESG-Kriterien und ESG-KPIs (Key Performance Indicators) ins Spiel. Es handelt sich um geeignete Leistungsindikatoren, die speziell für den ESG-Bereich entwickelt und auf den jeweiligen Einzelfall zugeschnitten sind. Sie sollen die Messbarkeit der Integration von Nachhaltigkeitszielen in die Unternehmensstrategie ermöglichen. Dabei liegt jedoch eine erhebliche Herausforderung.


Obwohl immer mehr Unternehmen Nachhaltigkeitsberichte veröffentlichen müssen, bedeutet dies nicht zwangsläufig, dass der jeweilige Beitrag innerhalb der drei ESG-Säulen "ganzheitlich" messbar gemacht wurde. Oftmals fehlen klare Vorgaben und eindeutige ESG-KPIs an genau dieser Stelle. Es ist unerlässlich, klare und nachvollziehbare Klassifizierungssysteme zu haben, um die Erfüllung von ESG-Kriterien belegen zu können.


Gibt es standardisierte ESG-Kriterien?

Unser exemplarischer ESG-Kriterienkatalog verdeutlicht, dass nicht alle ESG-Kriterien ohne weiteres mit "harten" KPIs verallgemeinert werden können. Vielmehr erfordert jedes Unternehmen eine individuelle Definition. Die Ausgestaltung des ESG-Kriterienkatalogs und die Bestimmung der prioritären Kriterien lassen sich nicht pauschal beantworten, sondern hängen stark von der jeweiligen Branche ab. Unternehmen aus der (chemischen) Industrie oder der Immobilienbranche dürften beispielsweise dem ESG-Faktor "Umwelt" eine größere Bedeutung beimessen als Finanzdienstleister wie Banken oder Versicherungen. Hingegen könnten für diese Unternehmen die Aspekte "Soziales" und "Verantwortungsvolle Unternehmensführung" eine größere Herausforderung darstellen. Aus diesem Grund kann es keinen allgemeingültigen ESG-Kriterienkatalog für alle geben.

Wie man sinnvolle ESG-Kriterien für ein Unternehmen entwickeln kann

Es wird empfohlen, die folgenden sieben Schritte zu befolgen, um eigene Richtlinien und letztendlich individuell sinnvolle ESG-Kriterien für ein Unternehmen zu entwickeln:

Bildung einer Projektgruppe zur Steuerung von ESG-Maßnahmen.

Erstellung einer umfassenden Sammlung von ESG-Daten (z. B. Emissionen, Arbeitssicherheit).

Formulierung konkreter ESG-Kriterien für jeden einzelnen ESG-Wert (z. B. Reduzierung von Treibhausgasemissionen für den Emissionswert).

Erfassung absoluter Kennzahlen für jedes ESG-Kriterium (z. B. 180 Tonnen ausgestoßene Treibhausgase).

Erstellung eines ESG-Kriterienkatalogs durch Auswahl der individuell sinnvollsten und wichtigsten ESG-Kriterien, basierend beispielsweise auf absoluten Zahlen (ein hoher absoluter Wert von Treibhausgasemissionen/produzierten Müll usw. weist auf einen großen Optimierungsbedarf hin und spricht für ein wichtiges Kriterium).

Berechnung prozentualer ESG-KPIs für den erstellten Kriterienkatalog, um Entwicklungen zu veranschaulichen (z. B. -5 % Treibhausgasemissionen im Vergleich zum Vorjahr).

Implementierung von ESG-Software für das Controlling und die Steuerung.


Die Bedeutung von ESG-Kriterien als Grundlage für ein ESG-Rating

Bestimmte börsennotierte Unternehmen in der Europäischen Union sind seit 2017 verpflichtet, Nachhaltigkeitsberichte zu veröffentlichen. Durch neue EU-Gesetzesinitiativen wie den CSRD, die SFDR oder die EU-Taxonomie wird diese Anforderung immer weiter ausgebaut. In diesen Berichten müssen die Unternehmen über ihre Geschäftsaktivitäten und deren Auswirkungen im ESG-Bereich berichten. Je stärker die ESG-Integration in diesen Berichten bereits auf konkreten ESG-Kriterien und KPIs basiert und dadurch messbar ist, desto genauer können Ratingagenturen im Anschluss ein ESG-Rating für das Unternehmen erstellen. Ein solches Rating ist besonders für Investoren und Versicherungen relevant, da es ihnen ermöglicht, die ESG-Risiken eines Unternehmens schnell zu erfassen und zu bewerten.

Übrigens bieten ESG-Kriterien, die anhand von KPIs messbar gemacht wurden, einen weiteren Vorteil: Sie erschweren Unternehmen deutlich oder machen es sogar unmöglich, Greenwashing zu betreiben. Das bedeutet, dass Unternehmen nicht einfach oberflächliche oder irreführende Nachhaltigkeitsaussagen machen können, sondern ihre Nachhaltigkeitsleistung anhand konkreter Kennzahlen und Indikatoren belegen müssen.


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