8 Mythen zum Thema Nachhaltigkeit


Obwohl die globale Durchschnittstemperatur seit 1880 um 0,8 °C gestiegen ist, die zehn wärmsten Jahre seit Beginn der Wetteraufzeichnungen in den letzten zwei Jahrzehnten stattfanden, der Meeresspiegel im letzten Jahrhundert um 17 cm angestiegen ist und viele Gletscher schon zur Gänze verschwunden sind, wollen viele Menschen den dramatischen Zukunftsprognosen noch immer nicht glauben. Von der „Bio-Lüge“ bis zu „Fake News“ kursieren die verschiedensten Gerüchte und Mythen rund um den Globus. Wir klären Dich in diesem Artikel über die acht gängigsten Mythen des Klimawandels auf und sagen Dir, was dahintersteckt.

Mythos 1: Es gibt keinen wissenschaftlichen Konsens zum Klimawandel

Falsch. Dass wir Menschen hauptverantwortlich für den Klimawandel sind, steht für 97 % aller Klimaforscher:innen außer Zweifel. Wissenschaftliche Organisationen und Wissenschafts-Akademien aus 80 Ländern sind hier weltweit ein und derselben Meinung.

Mythos 2: Methan ist das Problem, nicht CO2

Falsch. Seit dem Beginn der industriellen Revolution sind die CO2-Werte in der Luft jährlich angestiegen. CO2 gilt somit als Treibhausgas, das den Klimawandel immer weiter befeuert. Doch auch Methangas treibt den Klimawandel an und heizt die Erde 30 Mal stärker auf als CO2. Somit sind beide Gase für den Klimawandel verantwortlich, wenn auch Methan in weitaus geringeren Maßen. 2014 war CO2 in den USA für 81 % der Treibhausemissionen verantwortlich, hingegen Methan für 11 %. Auch die Verweildauer von Methan in der Atmosphäre ist mit 9 bis 15 Jahren viel geringer als die 120 Jahre, die CO2 in der Erdatmosphäre überdauert.

Mythos 3: Tiere können sich an den Klimawandel anpassen

Nein. Natürlich haben sich Tiere und Pflanzen im Laufe der Evolution an das geänderte Klima auf der Erde stetig angepasst. Aber der menschengemachte Klimawandel verläuft viel zu rasant, als dass sich die Natur daran anpassen könnte. In der Erdgeschichte haben Klimaveränderungen immer zu einem Massensterben unter Pflanzen und Tieren geführt. Da der gegenwärtige Klimawandel sehr viel schneller abläuft und die Erde sich rasch erwärmt, ist mit weitaus schlimmeren Folgen für Fauna und Flora zu rechnen.

Mythos 4: Mehr CO2 ist gut für das Pflanzenwachstum

Nein. Mittels Fotosynthese wandeln Pflanzen Sonnenlicht, Wasser und CO2 zu Glucose um und erzeugen auf diese Weise Energie für nahezu jedes Leben auf der Erde. Jedoch führt ein höherer CO2-Gehalt nur theoretisch zu mehr Pflanzenwachstum. Denn da in den kommenden Jahren nicht nur mit einem Anstieg von CO2, sondern auch mit einer Zunahme der Temperatur, Regenmenge und dem Stickstoffgehalt zu rechnen ist, wird das globale Pflanzenwachstum eher gehemmt als gefördert. Das hat die Stanford University im Zuge eines dreijährigen Experiments herausgefunden.

Mythos 5: Extreme Wetterlagen sind eine direkte Folge des Klimawandels

Nein. Angesichts der Zunahme an extremen Wetterereignissen liegt diese Annahme nahe, ist jedoch nicht bewiesen und kann nicht direkt auf den Klimawandel zurückgeführt werden. Einem NOAA-Bericht zufolge lässt sich ein Zusammenhang zwischen von Menschen verursachten Emissionen und Hitzewellen zwar herstellen, jedoch nicht für Dürren, Starkregen oder Stürme. Die eindeutige Ursache-Folge-Kette für ein einzelnes Wetterereignis kann somit nicht direkt mit dem Klimawandel in Verbindung gebracht werden.

Mythos 6: Mülltrennung bringt nichts, weil alles gemeinsam verbrannt wird

Falsch. Richtige Mülltrennung ist sehr wichtig, da nur so wertvolle Rohstoffe, Altstoffe und Sekundärstoffe zu neuen Waren und Produkten recycelt werden können. Auch wenn der Recyclingprozess nicht endlos möglich ist: Mülltrennen schont sehr viele Ressourcen. Wirfst Du stattdessen alles achtlos in den Restmüll, werden die wertvollen Stoffe im Müll ungenützt verbrannt. Altpapier und Glasbehältnisse werden in Deutschland zu 80 % wiederverwendet. Hingegen lassen sich Verpackungen aus mehreren Materialien (Metalle und Kunststoffe) mit einer Recyclingquote von 50 % nur schwer wiederaufbereiten. Doch selbst das ist besser, als Reststoffe ungenützt wegzuwerfen.

Mythos 7: Mit meiner Kleiderspende in der Altkleidertonne tue ich etwas Gutes

Jein. Pro Jahr werden in Österreich 100.000 Tonnen Altkleider weggeworfen, wovon ein Großteil in den Altkleidercontainern landet. Tragbare Sachen werden karitativen Einrichtungen gespendet oder verkauft, was an und für sich eine gute Sache ist. Jedoch werden riesige Mengen an Altkleidungsstücke in arme Länder exportiert und führen beispielsweise in Afrika zum Niedergang der lokalen Textilproduktion. Gleichzeitig reinigt eine Kleiderspende oft nur das schlechte Gewissen und rechtfertigt hinterher den Kauf neuer Billigkleidung, die meist unter menschenunwürdigen Bedingungen produziert wird.

Mythos 8: Ein nachhaltiges Leben zu führen ist teuer

Nein. Wenn Du Kleidung und Möbel aus zweiter Hand kaufst, ist das nicht nur billiger, sondern auch nachhaltiger. Bio-Lebensmittel sind zwar teurer als konventionelle Lebensmittel, doch für Billigessen und minderwertige Nahrungsmittelqualität zahlst Du langfristig einen hohen Preis an Deine Gesundheit. In einer französischen Studie aus dem Jahr 2018 wurde festgestellt, dass eine strikt biologische Ernährung die Wahrscheinlichkeit, an Krebs zu erkranken, um ganze 25 % verringert. Andere Studien haben gezeigt, dass ökologisch angebaute Lebensmittel mehr Vitamine, Mineralien, bessere Fette und höhere antioxidative Wirkungen haben und weniger Pestizide enthalten. Auch wirtschaftlich gesehen stehen uns längst schon alle nötigen Technologien für mehr Klimaschutz zur Verfügung, bei äußerst moderaten Kosten. Klimaschutz lässt sich ohne bedeutende Beeinträchtigungen der Wirtschaft umsetzen und die Kosten dafür liegen langfristig deutlich unter denen, die eine ungebremste Erderwärmung zur Folge hätte.



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