Im Vergleich: Mikroplastik-Siegel


In Deutschland gelangen jährlich 77 Tonnen Mikroplastik aus Kosmetika, Putz- und Waschmittel ins Abwasser und damit in weiterer Folge in die Weltmeere. Weltweit sind es Jahr für Jahr insgesamt 3,2 Millionen Tonnen an Mikroplastik, die sich in Säugetieren, Weichtieren und selbst in Insekten nachweisen lassen. Über den Verzehr von Meeresfrüchten und Fischen gelangt Mikroplastik auch in unsere Körper. Einer Studie der australischen University of Newcastle zufolge nimmt jeder Mensch pro Woche bis zu fünf Gramm Mikroplastik auf. Das entspricht ungefähr dem Gewicht einer Kreditkarte. Angesichts dieser haarsträubenden Fakten werden Mikroplastik-Siegel immer wichtiger. Wir sagen Dir nachfolgend, auf was Du bei Mikroplastik-Siegeln achten solltest.

## Tipp 1: Das „Flustix“-Siegel

„Flustix“ ist das erste europaweite Mikroplastik-Siegel und zeichnet Produkte aus, die weder festes noch flüssiges Mikroplastik enthalten. Das Siegel schließt alle Arten von Kunststoffen aus, sogar Biokunststoffe. Die Vergabe des Mikroplastik-Siegels wird von unabhängigen Prüfinstituten übernommen, die Produkte mit dem Flustix-Siegel regelmäßig überprüfen. Einziger Wermutstropfen: Das „Flustix“-Siegel gibt es momentan nur auf sehr wenigen Produkten.

## Tipp 2: „Mikroplastikfrei“ von Edeka/Netto

Das „Mikroplastikfrei“-Siegel von Edeka/Netto klebt auf rund 300 Produkten der Edeka- und Netto-Eigenmarken und ist das häufigste Mikroplastik-Siegel in Deutschland. Die Mikroplastik-Definition umfasst dabei synthetische Polymere (Kunststoffe) bis zu 5 mm Größe in festem, flüssigem oder halbfestem Zustand. Dazu zählen allerdings nicht biobasierte Polymere, die zwar biologisch, aber dennoch sehr schwer abbaubar sind. Das „Mikroplastikfrei“-Siegel wird auch keinen unabhängigen und regelmäßigen Kontrollen durch Prüfinstitute unterzogen, sondern von Edeka/Netto selbst überprüft.

## Tipp 3: „Frei von Mikroplastik“ von Aldi

Auch Aldi Nord und Aldi Süd verbannen immer häufiger feste und flüssige synthetische Kunststoffe, die nicht biologisch abbaubar sind, aus ihren Produkten. Beide Discounter haben inzwischen mehr als 180 Kosmetik- und Pflegeprodukte sowie Wasch- und Reinigungsmittel im Sortiment, die frei von Mikroplastik nach Definition der Discounter sind. Allerdings kontrolliert kein unabhängiges Institut das selbst erfundene Siegel und es bleibt unklar, welche Ersatzstoffe Aldi stattdessen verwendet.

## Tipp 4: „Rezeptur ohne Mikroplastik“ von Rossmann

Die Drogeriekette Rossmann hat schon früh festes Mikroplastik aus seinen Eigenmarken verbannt und nimmt sich nun vermehrt halbfestes und flüssiges Mikroplastik vor. Allerdings definiert Rossman selbst, was unter den Begriff „Mikroplastik“ fällt. So sind Rossmann-Produkte genau genommen nur frei von Erdöl-Mikroplastik und nicht von Biokunststoffen. Umstrittene Polymilchsäure (PLA) aus gentechnisch verändertem Mais, das sich in Gewässern erst nach Jahrzehnten zersetzt, ist beispielsweise bei Rossmann-Produkten erlaubt. Auch die Prüfung durch unabhängige Dritte sucht man bei Rossmann vergebens.

## Tipp 5: „Ohne Mikroplastik“ von DM

Ähnlich wie Edeka/Netto bezieht sich DM bei seinem „Ohne Mikroplastik“-Siegel auf die Mikroplastik-Definition des Umweltbundesamtes. Demzufolge sind in keinen DM-Produkten synthetische Polymere bis zu 5 mm Größe in festem, flüssigem oder halbfestem Zustand enthalten. Dies lässt leider biobasierte Polymere völlig außer Acht. Viele DM-Kosmetikprodukte enthalten außerdem wasserlösliche synthetische Polymere. Es ist aber hervorzuheben, dass DM viele Rezepturen von synthetischem Mikroplastik durch andere Stoffe ersetzt. Welche Stoffe dies allerdings sind, bleibt oft unklar.

## Tipp 6: Naturkosmetiksiegel

Wer auf Naturkosmetik setzt, vermeidet automatisch viele Kunststoffe. Daher ist jedes Siegel für Naturkosmetik immer auch eine Art Mikroplastik-Siegel. Doch auch hier ist Vorsicht geboten, da in Naturkosmetikprodukten Rohstoffe wie Polymilchsäure (INCI: Polyactic Acid) nicht ausdrücklich verboten sind, obwohl sie schwer biologisch abbaubar sind. Wenn hier Zweifel aufkommen, können Apps wie „Codecheck“ mit weiteren Informationen zu den Inhaltsstoffen sehr hilfreich sein.




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