Sag bei Milch: „Buh“ zur Kuh!

Milch ist gesund, schmeckt gut und kann zu vielen Lebensmitteln weiterverarbeitet werden, die wir täglich konsumieren. Gleichzeitig ist Milch gemessen an CO2-Emissionen und Wasserverbrauch die mit Abstand größte Umweltsünde, die es gibt. Unfassbare 628 Liter Wasser werden pro Liter Milch verbraucht. Dazu kommt ein äußerst aufwendiger Kühlungs- und Verarbeitungsprozess, der enorm viel Energie verbraucht. Darüber hinaus belasten Milchkühe durch Methangase und Harn Umwelt und Klima und beschleunigen den Treibhauseffekt. Grund genug, um auf eine nachhaltige Milchalternative umzusteigen. Doch welcher Milchersatz ist der nachhaltigste?

Tipp 1: Sojamilch

Die bekannteste Alternative zur Kuhmilch ist auch die umstrittenste, denn der internationale Sojaanbau hat verheerende Auswirkungen auf die Regenwälder. Etwa die Hälfte des weltweit produzierten Sojas stammt aus Argentinien und vor allem aus dem Amazonasgebiet in Brasilien. Dort müssen riesige Flächen Regenwald für die Sojaproduktion weichen, wodurch südamerikanische Sojamilch alles andere als nachhaltig ist. Gentechnikfreie Sojamilch aus Europa mit Bio-Siegel bildet hingegen eine sinnvolle Alternative. Was den Wasser- und Flächenverbrauch betrifft, ist Sojamilch der klare Gewinner im Vergleich zu allen anderen Kuhmilchalternativen. Aber bei den Treibhausgas-Emissionen liegt Sojamilch mit ca. 1 kg CO2-Äquivalenten pro Liter deutlich hinter Hafer- und Mandelmilch.

Tipp 2: Mandelmilch

Der Milchersatz aus den USA ist längst zum globalen Trend geworden und fast schon so populär wie Sojamilch. Die CO2-Belastung fürs Klima ist bei Mandelmilch viel geringer als bei Hafer- und Sojamilch und auch der Landverbrauch ist kleiner. Jedoch wird in der Produktion im Vergleich zu Sojamilch die 13-fache Menge an Wasser verbraucht. Da gut 80 % aller Mandeln vor allem in trockenen Regionen wie Kalifornien und Italien wachsen, ist dieser hohe Wasserverbrauch eine große Belastung in den Anbaugebieten. Weite Transportwege und der Einsatz von Pestiziden, die unter anderem für das Bienensterben verantwortlich sind, trüben die Ökobilanz der Mandelmilch zusätzlich. Mandelmilch ist somit nicht allzu nachhaltig, stellt aber als Bio-Produkt zumindest teilweise eine sinnvolle Alternative zu Kuhmilch dar.

Tipp 3: Kokosmilch

Der Anbau der Palme ist nicht sehr aufwendig und in der Produktion wird nicht besonders viel Wasser verbraucht. Doch ähnlich wie bei Sojamilch werden für den Anbau von Palmen riesige Anbauflächen benötigt, für die ganze Wälder abgeholzt werden. Dazu kommen sehr lange Transportwege, bis die Produkte der tropischen Pflanze bei uns in Europa eintreffen.

Tipp 4: Hafermilch

Für Hafermilch spricht zuallererst die gute Ökobilanz. Der Anbau kommt meist ohne Herbizide aus und es gibt viel Hafer aus Bio-Anbau. Das Getreide lässt sich zudem regional produzieren, verbraucht weitaus weniger Wasser als die Mandel- und Reisproduktion und hat viel geringere Transportemissionen als Soja. Achte beim Kauf auf das EU-Bio-Siegel oder noch besser auf die Siegel namhafter Bio-Anbauverbände wie „Bioland“ und informiere Dich hinsichtlich der regionalen Herkunft und der Inhaltsstoffe. Dann stellt Hafermilch eine richtig gute Alternative zu Kuhmilch dar.

Tipp 5: Reismilch

Rein auf die Landnutzung bezogen führt kein Weg an Reismilch vorbei. Ein Liter Reismilch benötigt nämlich weniger als 0,3 m2 Fläche. Jedoch liegt der Wasserverbrauch nur minimal unter dem von Mandelmilch. Bei den Treibhausgasemissionen ist Reismilch der negative Spitzenreiter und hat gegenüber den vier anderen pflanzlichen Milchalternativen klar das Nachsehen. Mehr noch: Es wird geschätzt, dass der Reisanbau für satte 2,5 % der derzeitigen anthropogenen Erwärmung aufgrund von Methanemissionen verantwortlich ist.

Tipp 6: Variieren und weniger verbrauchen

So richtig nachhaltig ist leider keine Milchalternative. Denn egal ob beim Anbau, beim Wasserverbrauch, beim Herstellungsprozess oder beim Transport hat jeder Milchersatz so seine Schwächen. Die einzig wirklich umweltfreundliche Option stellt Hafermilch dar, die regional hergestellt wird und eine positive Ökobilanz aufweist.

Unser Rat lautet: Konsumiere ein bisschen weniger und entscheide Dich abwechselnd für alle fünf Milchalternativen. Oder mach Deine eigene DIY-Milch aus gesammelten Haselnüssen oder aus Dinkel. Das macht erstens Spaß und tut auch der Umwelt gut.



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